Jan. 27, 2022

Die Customer Journey - dem Kundennutzen auf der Spur

Und wie sie uns hilft, Kundenbedürfnisse besser zu verstehen

Anfragen an die YOO haben oft ein ähnliches Schema: Der Kunde hat eine grosse Liste an Anforderungen für seine digitale Applikation, für welche wir bitte den Aufwand beziffern sollen. In diesen Fällen sind unsere ersten Fragen immer dieselben. Wer sind die User? Welche Bedürfnisse haben diese? Wird das geforderte Feature diesen Bedürfnissen gerecht?


Solche und viele weitere Fragen lassen sich entweder ganz einfach beantworten mit „Ich kenne meine User, ich weiss, was mein User will!“ Oder man geht hin und betrachtet die Welt aus der Sicht der User. Lohnenswert ist diese Betrachtungsweise auf jeden Fall: Was will der User/die Userin wirklich? Wie nimmt er/sie ein Unternehmen und seine Dienstleistung wahr? Welche Bedürfnisse wollen abgeholt werden? Diese Betrachtung kann Stärken und Schwächen zutage fördern, welche man bisher noch gar nie bemerkt hat. Hier liegt der Schlüssel für Mehrwert und eine Möglichkeit, für die Kundschaft zum unverzichtbaren Anbieter zu werden.


Die Customer Journey ist das ideale Werkzeug, um genau diese Fragen zu beantworten.

Was ist eine Customer Journey?

Die Customer Journey (übersetzt „Kundenreise“) bezeichnet die Reise eines (potenziellen) Kunden vom ersten Berührungspunkt mit dem Anbieter bis zum definierten Abschluss (Kauf, Vertrag, Abschluss, Austritt etc.) und darüber hinaus (Service, Newsletter, Wiederkauf etc.).


Man versucht, die Reise des Users nicht in einem starr formulierten Prozess festzuhalten, sondern den User und seine Bedürfnisse zu verstehen, losgelöst von bereits bestehenden internen Prozessen.


Die „Karte“ für die Reise, die sogenannte Customer Journey Map, bildet die Grundlage für die Erfassung der Nutzererfahrung.


Beispiel einer Customer Journey

Wir schauen dies beim Beispiel eines Online-Einkaufs an:


  1. Eine potenzielle Kundin überlegt sich seit einer Weile, ein neues Fahrrad zu kaufen.
  2. Auf Google springt ihr eine Anzeige ins Auge und sie klickt darauf.
  3. Sie schaut sich das Angebot des Herstellers an.
  4. Sie vergleicht verschiedene Fahrräder.
  5. Liest Erfahrungsberichte und schaut sich einige YouTube-Videos an.
  6. Sei entscheidet sich für eines und bestellt es.
  7. Sehnsüchtig wartet sie auf ihr Paket, und hofft, dass die Bestellung klappt
  8. Endlich klingelt der Pöstler an der Tür und sie nimmt das neue Fahrrad in Empfang.
  9. Sie erkundigt sich beim Support bezüglich der Montage.
  10. Fährt das erste Mal auf dem neuen Fahrrad und ist begeistert.
  11. Schreibt eine Google Rezension und gibt dem Hersteller auf Instagram ein Like.

Wie erstellt man eine Customer Journey Map?

Es gibt unterschiedliche Wege, eine Customer Journey Map zu erstellen. Jedem Vorgehen sollte jedoch dasselbe zugrunde liegen: Die zusammengetragenen Informationen müssen auf echte User Recherche fundieren und sollten keinesfalls auf Vermutungen und Halbwissen basieren. Hierzu empfiehlt es sich im Vorfeld Personas zu entwickeln, welche den Usern unserer Journey ein realistisches Gesicht geben. 

Customer Journey Map

Unsere bevorzugte Herangehensweise bei der Erarbeitung von Customer Journey Maps sind Workshops. Im Idealfall sind alle Teammitglieder dabei, welche zu einem Zeitpunkt User-Kontakt haben (Customer Support, Marketing, Verkauf, Vertrieb etc.). In einem ersten Schritt werden die Kundenphasen definiert. Im oben genannten Beispiel sind das: Wahrnehmung (Awareness), Nachforschung (Consideration), Auswahl (Purchase), Lieferung (Service/Retention) und Follow-up (Advocacy/Loyalty). 


Anschliessend werden die Phasen in kleinen Gruppen etwas genauer beleuchtet. Was macht der Kunde? Welche Ziele verfolgt er in der aktuellen Phase der Journey? Welche Probleme und Frustrationen stellen sich ihm? Was denkt er sich dabei? Wie und wo kann ich als Unternehmen ihn am besten erreichen? Welche Berührungspunkte hat er mit dem Produkt und dem Unternehmen als ganzes? Sehen wir da Stärken und Schwächen? Diese Vertiefungen werden auf Post-Its notiert, aufgeklebt und in der Gruppe besprochen.


Am Ende des intensiven aber erfolgreichen Tages steht man vor einer vollendeten Customer Journey Map!

Die perfekte Grundlage für User Stories

Mit der Customer Journey Map unter dem Arm kann man die Reise in Richtung nutzerzentrierter Applikation nun antreten. Mithilfe der Map erstellen wir nun präzise User Stories, welche die Bedürfnisse der Kund:innen in kleine Geschichten umwandeln. Basierend auf den User Stories wird oft sichtbar, wo die wichtigsten Probleme liegen. Daraus können wir Prioriäten ableiten. Zudem ziehen wir Informationen aus der Map, mit welchen wir begründete Entscheidungen treffen können. Man sieht hier klar, welche (digitalen) Initiativen einen wirklichen Wert und Relevanz für einen Kunden haben. 

"There is only one boss. The customer."

Sam Walton - Gründer von Walmart, der grössen amerikanischen Supermarktkette


Wie kann die YOO unterstützen?

Die YOO bieten neben der Expertise im Bereich User Experience auch ideale Räumlichkeiten für Ihren Workshop, um den Kundennutzen auf die Spur zu kommen. Sie brauchen übrigens keinen Stift oder Notizblätter mitzunehmen, unser Kreativ-Meetingraum “Mountain View” bietet alle Annehmlichkeiten für einen erfolgreichen Workshop mit Ihrem Team.


Weiterführende Links:
Was sind Personas - und wie man sich dank ihnen mental in die Welt der User versetzt

Trendthema: Der UX-Reifegrad - und wie dieser Ihre Produkte und Services besser macht


Sam Sherbini - UX Designer YOO AG

Haben Sie konkrete Fragen zu UX, UI oder wie Sie die Interaktion Ihrer Kund:innen mit Ihren Produkten verbessern können?



Sam Sherbini berät Sie gerne. Sie erreichen ihn unter sam.sherbini@yoo.digital


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